Lego The Movie

Lego The Movie - PosterDie Trailer von “Lego The Movie” sahen ungeheuer vielversprechend aus. Grandiose 3D-Animation, lustige Charaktere fetzige Dialoge und Referenzen an Popkultur soweit das Auge reicht. Und das Tolle: “Lego The Movie” liefert auch all das ab. All die kleinen Einzelteile funktionieren. Doch im Großen und Ganzen hat der Film seine Schwächen.

Zu erst einmal ist “Lego” technisch beeindruckend gut gemacht. Auch wenn es sich um 3D-Animation handelt, die vollständig am Computer entstanden ist, übernimmt der Film den Stil der endlos vielen Lego-Stop-Motion-Videos die seit Jahren im Internet kursieren. Alles ist aus Lego gebaut und trotzdem fühlt sich diese Welt lebendig an. Denn anders als mit echtem Lego lassen sich hier klasse Effekte kreieren. So sind z.B. Explosionen oder auch der Wellengang des Meeres aus ungeheuer vielen Lego-Steinen gebaut. Man sieht zwar durchgehend die gleichen “Lego-Gesichter”, die sich wie bei Stop-Motion ruckartig bewegen, doch man kann die fundamentale Mimik trotzdem gut lesen. Mehr als das: Durch die tollen Sprecher werden die Figuren durchaus Menschlich und man kann sich mit diesem Spielzeug tatsächlich identifizieren.

Dazu kommt, dass die Charaktere durchaus scharf gezeichnet sind. Die unterschiedlichen Eigenschaften der Charaktere werden einem schnell ersichtlich und sie werden konsequent weitergeführt. Der Film zieht dabei einen großen Teil seines Humors aus den seltsamen Gewohnheiten der einzelnen Figuren. Der coole Batman mit seiner tiefen Stimme, der inkompetente Protagonist oder das krankhaft positiv denkende Pony. Und all diese wunderlichen, zuweilen albern und überdrehten Charaktere begeben sich auf eine gemeinsame Reise.

All das sorgt für durchweg spannende und vor allem lustige Unterhaltung. Dabei wird dann aber alles auch wieder so übertrieben, dass es sowohl den Action-hungrigen Kindern, als auch den Ironie-begeisterten Erwachsenen gefällt. Denn wenn es dem Film an einem nicht fehlt, dann ist es Ironie und vor allem Selbstironie.

Lego The Movie - BreitbildDoch so lustig der Film in seinen einzelnen Szenen auch sein mag, so toll er auch aussieht und so unterhaltsam er ist, so hat er im Ganzen doch ein paar größere Probleme:  All das gibt im Ganzen gesehen wenig Sinn. Die offensichtliche Message, dass man Kreativ sein soll und sich nicht von der Diktatur der “Anleitung” beherrschen lassen soll ist zwar schön, ergibt aber aus dem Munde von Lego keinen Sinn. Der Kampf gegen “Lord Business” mag zwar zu Anfang wie ein Kampf gegen da Kapital scheinen, hat aber in Wahrheit damit gar nichts damit zu tun. Denn dieser “Lord Business” hat mit Kapitalismus nichts am Hut. Um Profit geht es ihm nie.

Auch der (wahrscheinlich wegen der aktuellen Prisanz) angedeutete Überwachungsstaat wird nie weiter behandelt. Die gezeigte Dystopie ist in wahrheit gar keine, und die Beweggründe des Bösewichts werden nie erklärt. Zwar wird am Ende noch eine andere Ebene der Realität eingeführt, doch diese passt dann nichtmehr mit der eigentlichen Geschichte zusammen. Kurz gesagt: Der Film gibt einem viele Möglichkeiten zur Interpretation, es gibt immer mehrere Ebenen, doch am Ende macht nichts davon Sinn.

Und so wie den Film im Ganzen nichts zusammenhält, so verbindet auch die einzelnen Kapitel des Films nicht viel. Die bunte Truppe reißt von einer spaßigen Welt zur nächsten, erlebt ein Abenteuer nach dem anderen. Das ist wunderbar unterhaltsam und sieht toll aus. Doch mehr leider auch nicht. (7,5/10)


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