The Secret Life of Walter Mitty

The Secret Life of Walter Mitty - PosterBen Stiller ist ein sehr erfolgreicher Schauspieler, doch ich habe seine Filme nie wirklich gemocht. Zu simpel, oftmals dumm und kitschig. Es sind Filme für ein möglichst großes Publikum, unpersönlich und nahezu maschinell nach dem “Schema-F” konstruiert. Er war an unglaublichen 117 Filmen als Schauspieler beteiligt. Doch was ich bisher nicht wusste: Ben Stiller stand auch schon öfter hinter der Kamera. Es sind insgesamt 4 Kinofilme, bei denen er Regie führte. Keiner von ihnen war ein großer Erfolg, sie wurden von Kritikern und Publikum nicht sehr gut angenommen.

Deshalb hat mich der Trailer zu “The Secret Life of Walter Mitty” auch so überrascht: Wunderbare Bilder, ein toller Soundtrack. Trotzdem, dass Ben Stiller Regie führte und den Protagonisten spielt, waren meine Erwartungen hoch. Und sie wurden nicht enttäuscht. “Mitty” ist ein wirklich guter Film.

Eine Sache, die “The Secret Life of Walter Mitty” sehenswert macht, ist der von Ben Stiller perfektionierte Protagonist. Ben Stiller ist einer dieser Schauspieler die immer die gleiche Rolle spielen. Das mag zwar bei Will Smith oder Jason Statham langweilig werden, kann aber auch wie bei Jim Carry oder eben Ben Stiller zu einer immer besseren Darstellung der Rolle führen. Ben Stiller hat die Rolle des liebenswerten, introvertierten und wenig beachteten Außenseiters nahezu perfektioniert. Niemand hätte die Figur des Walter Mitty besser darstellen können als er.

In der Handlung von ”The Secret Life of Walter Mitty” geht es um die Photographie. Aus diesem Grund wurde bei diesem Film viel Wert auf die Komposition und die Gestaltung der Bilder gelegt. Das Resultat ist beeindruckend! Man könnte beinahe jede Einstellung des Films auf ein Plakat drucken und aufhängen. Ich empfehle euch: Schaut euch den Trailer an und pausiert hin und wieder. Jedes Bild sieht aus wie eine durchkomponierte Fotografie. Das macht Spaß, vor allem weil diese Form auch innerhalb der Geschichte Sinn macht. (Trailer)

In ”The Secret Life of Walter Mitty” geht es um Walter, ein Archivar in New York. Der Film beginnt in der grauen Großstadt, in seinem grauen Alltag. Doch dann begibt sich Mitty auf eine Reise und verändert sich. Es ist eine klassische Reise des Helden: Diese Jahrtausende alte Erzählstruktur hat so lange überlebt, weil sie funktioniert, und das tut sie auch hier. Das liegt daran, weil sie hier einerseits akkurat  umgesetzt wurde, auf der anderen Seite aber auch modifiziert wurde, um spannend zu bleiben.

Wenn ein Film gut sein soll, dann kommt es meiner Meinung nach sehr auf den Soundtrack an. Das scheint mir oftmals sogar wichtiger als eine gute Geschichte. “Mitty” hat einen wunderbaren Soundtrack. Das Lied “Space Oddity” nimmt einen Zentralen Platz in der Geschichte ein. Der Soundtrack spielt nicht nur im Hintergrund, sondern ist wie bei Kubrick ein zentraler Teil des Filmes und der Erzählung. Der Soundtrack zu ”The Secret Life of Walter Mitty” wird höchst wahrscheinlich seinen Platz auf meinem MP3-Player finden und so manche Szene wird mir, danke des Soundtracks, noch lange in Erinnerung bleiben. (Bsp: Dirty Paws / Step Out / Stay Alive)

“The Secret Life of Walter Mitty” ist ein Film über eine große Reiße. Es geht darum, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, auszubrechen, sich selbst zu finden und das zu tun, das einem gut tut. Auch wenn das alles nicht sehr revolutionär und neu ist, ist es dennoch sehenswert. Denn die Umsetzung ist grandios. Die Geschichte, der Protagonist, der Schauspieler, die Bilder, der Soundtrack, alles passt hier zusammen und ergibt einen wunderbaren Film. Einer der wenigen Feel-Good-Movies, der auch mir gefällt. (8/10)


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