The Equalizer

The Equalizer - PosterJa, “The Equalizer” ist auch irgendwie billig. Die Geschichte ist in großen Teilen vorhersehbar. Die Hauptfigur ist so übermächtig und so gut, dass man nicht eine Sekunde besorgt um sie ist. Man weiß von Anfang an, dass das Gute siegen wird. Der ganze Film ist vollgestopft mit Stereotypen und Klischees. Da ist der bedürftige Einwanderer, der böse, bärtige Russe und das hilfsbedürftige Mädchen. Teilweise ist die Aktion so übertrieben, dass man den Film nicht mehr ernst nehmen kann.

Doch auf der anderen Seite hat ”The Equalizer” so viel als ausgleich anzubieten: Die Ästhetik ist zwar einfach (man könnte ”The Equalizer” auch “Die Gelben Seiten, der Film” nennen), aber sie funktioniert. Der ganze Film ist visuell toll gestaltet. Die Bilder sind gleichzeitig simpel, alltäglich und schön.

Die Geschichte ist zwar weder spannend, noch kann man sie ernst nehmen, doch aus irgend einem Grund möchte man einfach wissen wie es weitergeht. Man will den bösen Russen scheitern sehen, man will das unausweichliche beim Eintreten beobachten. Die Geschichte ist wie ein unrealistischer, etwas simpler Traum. Doch auch wenn man weiß, dass es ein Traum ist, so möchte man sehen wie das Gute siegt. Der ganze Verlauf der Geschichte ist letztendlich sehr befriedigend. Es wird einfach genau das gezeigt, was der Zuschauer sehen möchte.

Trotz all der Simplizität dieses Filmes, kann man seinen Machern ein hohes Maß an handwerklichem Geschick nicht absprechen. Die Dialoge ist durchweg fesselnd. Das liegt auch daran, dass die Charaktere alle stark gezeichnet sind. Zwar sind die Figuren durchweg Stereotype, doch auf der anderen Seite sind sie alle so extrem, dass es interessant ist sie miteinander interagieren zu sehen.

Was mich an “The Equalizer” wirklich gewundert hat ist die Tatsache, dass der Film sich so viel Zeit nimmt. Die der Protagonist und die Ausgangssituation werden lange vorgestellt. Dabei hat der Film von Anfang an sehr viele leise Momente. Es ist erstaunlich wie gut hier Action eingesetzt wird. Denn Alles beginnt im Stillen und wird dann immer lauter, bis zuletzt alles explodiert. “The Equalizer” beginnt also als Drama und entlädt sich dann als Action-Film.  Das funktioniert sehr gut. Die leisen Passagen wirken so noch besinnlicher und intimer, und die lauten Stellen krachen umso mehr.

“The Equalizer” erfindet nichts neu, wird ja sogar von Klischees am laufen gehalten. Doch alles in allem hat mir ”The Equalizer” gut gefallen. Es ist ein Action-Film, der sich Zeit nimmt, dem seine Figuren wichtig sind und der zeitweise erstaunlich leise daherkommt. Wenn Action, dann so. (7,5/10)

 


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