Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit - Still Life - Poster“Still Life”, wie der Film im Original heißt, ist wunderbar melancholisch. Die Bilder sind Grau in Grau, die Kamera bewegt sich nicht. Die Straßen sind leer, das Wetter kühl. Überall Menschen mit gebrochenen Herzen, jeder gefangen in seinem kleinen Leben: Wartend auf den Tod.

So kann man sich die ersten zwei Drittel von “Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit” vorstellen. Es ist ein ungeheuer leiser Film. Doch in den Nuancen lässt sich eine Entwicklung entdecken. Erst latent und uneindeutig, dann immer offensichtlicher und lauter. In “Still Life” geht es um das Leben und vor Allem um den Tod. Respektvoll werden Lebensgeschichten beleuchtet und selbstverständlich enden alle Geschichten, die das Leben schreibt, mit dem Tod.

Das ist einerseits eine sehr melancholische, gleichzeitig aber auch eine realistische und umfassende Sicht auf die Welt. Dass dieser Film nicht jedem gefällt steht außer Frage. Doch wenn man sich für diese Thematiken, also das Leben selbst und damit natürlich auch den Tod, interessiert, dann wird einem dieser Film auch gefallen. Denn “Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit” schafft was er versucht. Würde ein Film versuchen die allumfassende Wahrheit zu diesen Themen zu finden, er würde scheitern. Also behandelt “Still Life” diese Themen respektvoll, intelligent, und mit keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit - Still Life - Grass

Ein formaler Grund warum “Still Life” funktioniert ist auch der Schauspieler des Protagonisten: Eddie Marsan. Die Figur ist auf der einen Seite kauzig und irgendwie auch klischeehaft, auf der anderen Seite aber auch durchweg glaubhaft. Das liegt einerseits an Eddie Marsan’s Schauspiel, auf der anderen Seite ist er auch einfach die perfekte Besetzung.

Als Kontrast zu der allgemeinen Schwermut des Filmes, hat “Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit” wundervolle Momente. Das Essen einer Pastete im Zug, die Unterhaltung mit zwei Obdachlosen. Das Liegen im Grass. Es sind kleine, unauffällige Momente, die “Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit” davon abhalten eine Tragödie zu sein.

Denn “Still Life” ist wie das Leben voller Hoffnung, auch wenn es natürlich mit dem Tod endet. (8/10)


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