2 Guns

2 Guns Poster“2 Guns” hat mich wirklich überrascht. Die Trailer versprachen einen dummen Action-Film, doch Baltasar Kormakur bietet uns einen Film, welcher sich tatsächlich mit der Action zurückhält, dafür aber mit guten Charakteren und Dialogen aufwartet.

Es geht um zwei Kriminelle. Gespielt von Danzel Washington und Mark Wahlberg. Der eine ist ruhig und überlegt. Er ist Kalt und ohne jede Ehre. Der andere hingegen verkörpert glatt das Gegenteil. Mark Wahlberg spielt ein gutherziges Großmaul. Er redet viel und denkt wenig. So einfach diese beiden Charaktere auch sind, kombiniert man die beiden, so entsteht eine gute Dynamik und viel Witz. Die Dialoge sind fetzig und die 109 Minuten gehen rum wie im Flug.

Auf den Figuren liegt der Schwerpunkt von “2 Guns”. Denn insgesamt sind am Ende, neben den beiden Protagonisten, noch einmal drei Schurken auf der Suche nach dem “Schatz”. Jeder der Antagonisten ist scharf gezeichnet, hat seinen eigenen Sprach-Stil, und seine ganz eigenen Gewohnheiten. Das macht “2 Guns” nicht nur unterhaltsam, sondern auch die Dialoge profitieren ungemein. Trotzdem ist dies noch lange kein herausragender Film. Die Charaktere sind zwar scharf gezeichnet und witzig, aber auch statisch und eindimensional.

Es gibt trotzdem noch die übertriebenen Explosionen, die unrealistischen Aktionen und das ultra-coole Macho-Gehabe, wie man es von einem Actionfilm mit Mark Wahlberg erwartet. Doch anders als der Durchschnitts-Actionfilm, nimmt sich “2 Guns” nicht ernst. Es gibt viele Witze, welche die ultra-coolen Figuren wieder wie kleine Jungs dastehen lassen. Das ist wunderbar lustig und sehr erfrischend.

Auch sehr gut gefallen hat mir, dass “2 Guns” in vielen Szenen als Western inszeniert wurde. Das bietet sich auch an, da sich die Handlung an der mexikanischen Grenze spielt. Auch wenn der Stil des “New Western” nicht konsequent umgesetzt wurde, bin ich froh über dieses Genre. Es gibt zur Zeit viel zu wenige Western-Filme.

“2 Guns” ist einer der besseren generischen Action-Filme. Auch wenn die Handlung nicht so spannend ist, gibt es spaßige Charaktere, flotte Dialoge und jede Menge Witz. Wer also Lust auf pures Unterhaltungs-Kino hat, oder Western mag, der ist hier bestens bedient. (7/10)

 


Veröffentlicht unter Filme

Der Butler

Der Butler - Poster“Der Butler” von dem Regisseur Lee Daniels ist ein großartiger Historienfilm. Beschrieben wird das Leben des Cecil Gaines. Er wächst auf einer Baumwollfarm im Süden Amerikas auf, und arbeitet sich bis zum Butler des Präsidenten hoch. Aus dem Weißen Haus erlebt er den Wandel Amerikas. Während er noch als Sklave aufwächst, beginnt die Generation nach ihm sich zu wehren. So fliegt der Film a la “Forrest Gump” über die Geschichte der Bürgerrechts Bewegungen hinweg.

Cecil Gaines wird wunderbar minimalistisch und vollkommen glaubwürdig von Forest Whitaker gespielt. Man kann sich sehr gut mit diesem Protagonisten identifizieren. Dadurch wird dann eine Szene, in welcher Cecil eigentlich nur zum ersten Mal den Präsidenten bedient, richtig spannend. Der Film nimmt sich einfach genügend Zeit um einem Cecil Gaines nahe zu bringen. Das funktioniert sehr gut und “Der Butler” wird richtig fesselnd. Ich konnte während des Filmes so eine Bindung zu den Figuren aufbauen, dass dieser Film zu einem bewegenden Erlebnis wurde.

Doch nicht nur Forest Whitaker macht einen tollen Job. Die Auftritte der verschiedenen Präsidenten sind schon ein Kinoticket wert. Da geben sich John Cusack und Robin Williams die Klinke in die Hand. Allgemein geizt dieser Film nicht an Stars. Noch zu sehen sind unter anderem Cuba Gooding Jr, Oprah Winfrey und David Banner. Doch trotz des großen Staraufgebots und der vielen Rollen konzentriert sich “Der Butler” eben vorallem auf den Butler Cecil. Auch wenn man so manchen Präsidenten doch gerne mehr gesehen hätte, die Geschichte bleibt fokussiert. Das tut dem Film gut.

Einen Negativpunkt gibt es leider trotzdem: Obwohl die Charaktere wunderbar funktionieren, bleiben sie eindimensional. Es gibt keine wirkliche Entwicklung innerhalb des Protagonisten. Die Entwicklung gibt es dafür auf der Straße, in der Welt, die Cecil umgibt.

“Der Butler” hat den Anspruch den Großteil der Bürgerrechtsbewegung darzustellen. Deshalb erstreckt sich die Handlung auch über viele Jahrzehnte. Das funktioniert als Historienfilm wunderbar, doch gleichzeitig birgt dieses Konzept immer die Gefahr, dass die Handlung keinen richtigen Bogen ergibt. Bei “Der Butler” ist das jedoch nicht so. Es wird ein alles umgreifender Bogen von der Baumwollplantage zu Obama gespannt.

Leider verkommt “Der Butler” am ende zu einem typischen Feelgood-Movie. Der bis dahin realistisch wirkende Film setzt die Wahl Obama’s mit dem Erreichen der Gleichberechtigung gleich, und verkommt zu einem Wahlwerbespot für den schwarzen Präsidenten. Schwarze Mitarbeiter verdienen noch Heute im Durchschnitt weniger als weiße. Schwarze Menschen kommen für kleinere Delikte in Gefängnis als weiße. In Realität ist der Kampf um die Gleichberechtigung noch lange nicht vorbei. (7,5/10)


Veröffentlicht unter Filme

Gravity

Gravity PosterMan merkt dem Film “Gravity” an, dass sein Regisseur Alfonso Cuaron einmal Astronaut werden wollte.  Die Eröffnungsszene ist atemberaubend. Man befindet sich im Orbit um die Erde. Unser wunderschöner blauer Planet ist zu sehen. Musik ertönt, die Kamera bewegt sich nicht. Dass “2001 – Odyssee im Weltraum” hier Modell stand, ist offensichtlich. Ohne einen Schnitt geht es weiter. Ein Spaceshuttle, ein Satellit, drei Astronauten. Sie schweben im Weltraum, wüssten ich es nicht besser, so würde ich glauben, dass diese Sequenz tatsächlich in der Schwerelosigkeit des Weltalls aufgenommen wurde. Die ersten 8 Minuten weisen nicht einen Schnitt auf. Eine Plansequenz.

Ich bin begeistert von dem Film, bis die eigentliche Handlung losgeht: Zwei Astronauten, gespielt von George Clooney und Sandra Bullock, versuchen nach einem Unfall wieder zurück zur Erde zu kommen. Hier liegen die Probleme des Films. “Gravity” verkommt leider immer mehr und mehr zu einer Techdemo. Die Effekte sind überragend. Die Bilder teilweise wunderschön. Doch dieser Film erzählt nichts! Zwar durchlebt die von Sandra Bullock gespielte Ryan Stone eine gewisse Wandlung, diese ist aber alles andere als interessant.

Ryan muss eine klassische Backstory-Wound verarbeiten. Sie wird wieder geboren und kehrt der Technik den Rücken zu. Wie schon bei “Avatar”, geht es hier zurück zu den Wurzeln. An sich ließe sich aus dieser Situation ja ein sehr guter Film machen. Die Astronautin reißt durch den Weltraum zurück zur Erde, und verarbeitet gleichzeitig ihre innere Wunde. Doch leider gibt es hier keine richtige Entwicklung. Die Hauptfigur verarbeitet ihre innere Wunde innerhalb fünf Minuten. Es gibt keinen Übergang zwischen dem Problem und der Lösung, und es gibt auch keinen Grund warum die Lösung überhaupt eintritt.

Möglicherweise ist die Geschichte der Astronautin Ryan so “simpel” geworden, weil die ganze Zeit des Filmes für die Action verwendet wurde. Denn den größten Teil der Zeit sieht und hört man Sandra Bullock heulen und schreien. Sie besucht mehrere Raumstationen, welche dann immer aus irgendeinem Grund spektakulär in die Luft gehen. Sie entkommt natürlich immer im letzten Moment. Primitive Action, dargestellt mit Cutting-Edge-Technologie.

Ich als leidenschaftlicher Kerbal-Space-Programm Spieler, dachte mir, dass wenigstens die Leute, welche sich für Raumfahrt interessieren, auf ihre Kosten kommen. Doch genau für die wird dieser Film zur Qual. Die Regeln der Physik werden gebogen, wie es gerade passt. Mal funktioniert die Physik so, mal anders. Dadurch entstehen Probleme, welche in der echten Raumfahrt nie entstehen würden. Die Dramen im Film werden dadurch leider schon fast lächerlich. Als ich dann also sehen musste, wie die interessanteste Figur im Film, wegen eines Logikfehlers, und physikalisch unerklärbar in den Tod fällt, da wollte ich mir in den Arsch beißen. Ab da hat mich der Film verloren.

Cameron nannte diesen Film den besten Film überhaupt, in der IMDB hat “Gravity” eine Wertung von 8,7/10. Dieser Film kommt sehr gut an. Doch ich finde, dass es für einen Film nicht reicht gut auszusehen. Die Geschichte und die Figuren sind immer noch das wichtigste im Kino, leider versagt “Gravity” auf diesem Gebiet. Dafür gibt es ordentlich was zu sehen. Ein Kino der Sensationen. (7/10)


Veröffentlicht unter Filme

Minutus.de – Linkshortener

Minutus.de ist ein von mir programmierter Linkshortener. Jeder kann dort, völlig kostenlos, eine lange URL eingeben, um dann eine kurze zurückzubekommen. Doch der eigentliche Hauptgrund, weshalb ich Minutus.de verwende, ist ein anderes Feature: Man kann sehen wie oft ein Link angeklickt wurde. Meldet euch bei Minutus.de per Facebook an, kürzt einen Link, und ihr könnt unter “Manage Links” jederzeit sehen wie viele Leute schon auf den Link geklickt haben.

Im Gegensatz zu anderen Linkshortenern bietet Minutus.de die Möglichkeit das Link-Ziel noch im Nachhinein zu ändern. Ihr könnt also z.B. einen Link posten und diesen später ändern.

Probiert Minutus.de aus! Ich würde mich über Feedback und Verbesserungsvorschläge freuen. Schreibt eure Gedanken einfach in die Kommentare.

-> Minutus.de <-


Veröffentlicht unter Tools

Red 2

Red 2 Poster“Red 2″ ist eine Action-Komödie mit Starbesetzung. Bruce Willis, John Malkovich, Mary-Louise Parker (zuletzt R.I.P.D.). Catherine Zeta-Jones, Anthony Hopkins und weitere finden sich zu diesem Ausflug ein. Mit so einer Riege an wohlbekannten Schauspielern versucht nun Hollywood das Risiko dieser Produktion zu minimieren. Jeder einzelne dieser Schauspieler hat eine große Fangemeinde, welche durch ihren Kinobesuch “Red 2″ schon profitabel machen. Ganz unabhängig vom Film selbst, nur durch den Cast. Deshalb zeigt auch so manches Filmplakat von “Red 2″ alle sieben Helden, die Leute sollen ja mitbekommen, dass ihr Liebling wieder bei einem Film mitmacht. Eine andere Möglichkeit das Flop-Risiko zu reduzieren ist das Drehen eines Sequels, in diesem Fall einen zweiten Teil. Denn ein zweiter Teil schneidet meistens finanzielle ähnlich, oder oft sogar besser als der erste Teil ab. Die Einnahmen werden berechenbar.

Nichtsdestotrotz ist “Red 2″ ein spaßiger Film geworden. Vor allem das Paar Bruce Willis und Mary-Louise Parker hat ein paar wirklich schöne Szenen. Auch John Malkovich macht seine Sache gut und mimt wunderbar den lustigen Sonderling. Anthony Hopkins spielt einen durchaus lustigen Hannibal-Lecter-Verschnitt. Man merkt, dass hier wieder die Marketing-Strategie greift: Keine der Figuren wird vollständig entwickelt. Nein, dass ist ja auch gar nicht notwendig. Stattdessen setzen die Drehbuchautoren einfach bei den bekanntesten Rollen, des jeweiligen Schauspielers an.

Was soll ich zu dem Film noch sagen? Die Witze greifen, die Action stimmt, die Charaktere machen Spaß. Man hält sich, wieder um das Flop-Risiko zu reduzieren, an die vier Quadranten: Action für die unter 25 jährigen, Witz für die über 25 jährigen, Liebe für die Frauen und eine Atom-Bombe für die Männer. Ein besonderer Film ist “Red 2″ wahrlich nicht. Eben ein generischer Film nach strikten Rezept gekocht. (6/10)


Veröffentlicht unter Filme

The World’s End

The Worlds End Poster“The World’s End” ist der dritte Teil der inoffiziellen “Three Flavours Cornetto“-Trilogie. Wie schon “Shaun of the Dead” und “Hot Fuzz” wurde ”The World’s End” von Simon Pegg und Edgar Wright gemeinsam geschrieben, die Hauptrolle spielt wieder Simon Pegg  und die Regie übernahm wie auch schon bei den vorhergehenden Teilen Edgar Wright. Und auch das Cornetto bekommt wieder einen Auftritt. Diesmal ist es jedoch nicht Zombie-Blut-Rot, nicht Polizei-Blau, sondern Alien-Grün.

“The World’s End”  ist, wie auch die anderen Teile der ”Three Flavours Cornetto“-Trilogie, eine gute Komödie.  Die Geschichte, welche der Film erzählt, ist herrlich absurd, aber geradlinig. Ganz zu Anfang wird ein Ziel gesetzt, welches dann bis zum Ende hin verfolgt wird.

Genauso geradlinig verfährt der Film mit dem von ihm behandelten Thema. Es geht um den Kampf der Generationen. Die Jungen übernehmen die Welt und bringen Smart-Phones und das Internet mit sich. Die Welt ist im Wandel und der alte Gary King, gespielt von  Simon Pegg, kommt damit nicht klar. So albern ”The World’s End” auch sein mag, der Film ist auf keiner Ebene Ziellos oder dumm.

Neben der Geschichte sind auch die Charaktere sehr gut gelungen. ”The World’s End” nimmt sich genügen Zeit jeden sorgfältig einzuführen. Doch da hört der Film noch nicht auf. Jede Figur wird auch nach der Einführung noch weitergeführt. Jeder der fünf Freunde lebt seine eigene kleine Entwicklung durch und ist am Ende anders als zu Beginn des Filmes. Der Film legt Wert auf jede einzelne Figur. Das hat mich positiv überrascht. Auf der anderen Seite, scheint gerade der Protagonist etwas statisch zu sein. In ihm ist keine Entwicklung zu beobachten. Obwohl Gary King der Motor des gesamten Filmes ist, ist er eben auch die Konstante des Films.

Doch das wichtigste an einer guten Komödie ist ihr Humor. Doch Simon Pegg hat oft genug bewiesen, dass man sich da bei ihm keine Sorgen machen muss. Der Britische Humor ist oft zum schreien Komisch. Alleine die Bildsprache ließ mich oft laut auflachen. Und das Beste: Im Gegensatz zu den amerikanischen Komödien findet sich hier kein schlechter Witz. Es gibt keinen Fäkalhumor, keine Witze für die man sich schämt. Simon Pegg und Edgar Wright liefern Qualitäts-Quatsch ab.

Meine großen Erwartungen nach ”Shaun of the Dead” und “Hot Fuzz” wurden vollkommen erfüllt.  ”The World’s End” ist eine tolle Komödie. Der Film ist albern, bietet aber den Interessierten auch eine versteckte, tiefere Ebene an. Deshalb bekommt ”The World’s End”, als erster Film, mein neu eingeführtes Siegel, verliehen. (8/10)

Moritz' Gütesiegel der Ganzheitlichen Gutheißung


Veröffentlicht unter Filme

Das Mädchen Wadjda

Das Mädchen Wadjda - PosterDer Film “Das Mädchen Wadjda” ist auf viele Arten neu. Es ist der erste Film von Haifaa Al-Mansour, einer saudi-arabischen Regisseurin. Es ist der erste Film, welcher vollständig in Saudi-Arabien gedreht wurde, und es ist der erste Film von einer Frau aus dieser Region. Man merkt, dass “Das Mädchen Wadjda” ein Autorenfilm ist. Das bedeutet, dass Haifaa sowohl das Drehbuch schrieb, als auch Regie führte. Denn solche Filme haben meistens etwas ganz persönliches, es geht um ein Thema  welches dem Autor am Herzen liegt.

In ”Das Mädchen Wadjda” geht es um die Situation der Frauen in Saudi-Arabien. Anhand der Geschichte der jungen Wadjda wird der Alltag und die Schicksale einiger Frauen und Mädchen erzählt. Es geht Tradition, Freiheit, den Kampf zwischen den Generationen und um das alltägliche Leben.

Die Hauptrolle, also das Mädchen Wadjda, wird von der 12 jährigen Waad Mohammed gespielt. Meine größte Sorge bei solchen Filmen ist immer die Authentizität der jungen Rollen. Doch in diesem Film funktionierten diese Rollen wunderbar. Das liegt daran, dass Waad als Wadjda wunderbar spielt. Mein spürt ihre Freude am Schauspiel. Doch was noch viel wichtiger ist: Die Rolle der Wadjda ist ebenfalls sehr gut geschrieben. Wadjda  redet nicht sehr viel, doch wenn sie etwas sagt, dann stimmt jedes Wort. Man hat das Gefühl hier einen echten Menschen zu beobachten. Dadurch fällt es einem leicht sich in Wadjda hineinzuversetzen.

Dass man Wadjda sofort in sein Herz schließt liegt aber auch daran, dass sie so rebellisch ist. All die Gemeinheiten, welche man zu sehen bekommt, und all die irrsinnigen Regeln, welche den Frauen auferlegt werden, sind für uns Europäer nicht wirklich zu verstehen. Und noch schlimmer: Fast alle Frauen und die meisten Mädchen nehmen dieses System auch noch an. Die Rebellische Wadjda scheint dem Zuschauer als einziger Halt in dieser für uns unverständlichen Kultur. Das bindet einen noch mehr an sie.

Es gibt jedoch auch schwächere Charaktere. So gibt es z.B. eine Schul-Direktorin, welche ganz und gar unangenehm dargestellt wird. Sie ist sozusagen ein eindimensionaler Bösewicht. Der Schurke des Films. Das ist schade für einen Film der es sich eigentlich auf die Fahne geschrieben hat die Situation realistisch darzustellen. So eine bösartige Figur ist zwar stark, aber man hat nicht das Gefühl es mit einem echten Menschen zu tun zu haben.

 Haifaa Al Mansour - Das Mädchen Wadjda - Regisseur“Das Mädchen Wadjda” ist ein leiser Film. Es geht um Leute, welche an, für uns absurde Regeln, gewöhnt sind. Es gibt keine Empörung, es gibt nur die kleinen Versuche der neuen Generation aus den kulturellen Zwängen auszubrechen. Doch auch das geschieht nur im Verborgenen. Diese Leise Art der Rebellion wird filmisch von Haifaa Al-Mansour sehr gut umgesetzt. Sie verwendet kaum Filmmusik. Die gezeigten Räume sind fast leer, niemand erhebt jemals die Stimme.  Es gibt keinen offenen Konflikt.

Durch diese leise Art könnte der Film für manche Leute langweilig werden. Auch ist die Geschichte nicht wirklich dicht gestaltet. Der Film folgt mehreren Handlungssträngen auf einmal, wobei so mancher Strang auch mal im Nichts endet. Der Schwerpunkt des Filmes liegt eben nicht auf der Geschichte eines einzelnen Mädchens, sondern auf der Situation eines ganzen Landes.

Doch dafür gibt es einen wunderbaren Protagonisten und man hat die Möglichkeiten einen Blick in eine andere Welt zu werfen. Es wird eine wunderschöne Geschichte erzählt, und trotz all der Stille und der leisen Art  dieses Filmes, fühlt sich das Ende an wie eine Revolution. (7/10)


Veröffentlicht unter Filme

Die Minions als Schwule Helden

Minions haben Spass Die Filme “Ich – Einfach Unverbesserlich” 1 & 2 sind ein voller Erfolg für Universal Pictures. Der erste Teil spielte 251 Millionen,  und der zweite Teil knapp 360 Millionen Dollar ein. Die Zielgruppe ist die Familie. Die Jungen und die Alten. Für jeden ist etwas geboten.

Der Erfolg von den  ”Ich – Einfach Unverbesserlich”-Filmen ist sicherlich zu einem Großen Teil den “Minions” zu verdanken. Sie sind niedlich, aber auch frech. Sie sind die kleinen Diener und Schergen des ehemaligen Schurken Gru. Doch sie sind, genau wie Gru, eigentlich total liebenswert. Mit ihrer Kindlichkeit und ihrer Tollpatschigkeit sorgen sie für mindestens 70% der Lacher. Sie transportieren einen Slapstikhumor, welcher eigentlich aus der Zeit des Stummfilms stammt. Denn die Minions reden nicht die Sprache des Zuschauers. Man versteht sie nur durch ihre Gesten und Laute.

Bei ”Ich – Einfach Unverbesserlich” habe ich mir noch nichts dabei gedacht. Aber als ich das Ende von ”Ich – Einfach Unverbesserlich 2″ gesehen habe, viel es mir wie Schuppen von den Augen: Die Minions sind schwul, oder wenigstens sehr frei in ihrer Sexualität. Doch wer wird es ihnen verdenken? Schließlich gibt es ja auch keine weiblichen Minions. Hier ein paar Bilder:

 

Minion in Frauenkleidern
Ein Bild aus der Werbekampagne des 2. Teils. Stuart ist eindeutig männlich, trägt aber Frauenkleider.

 

Staubsauger Minion
Ein Minion macht den Haushalt. Wie Stuart hat er sich die Passende Frauenkleidung dazu angelegt. Seine Stimme bleibt jedoch männlich.

 

Ich einfach unverbesserlich - YMCA
Die Minions tragen YMCA auf einer Hochzeit vor. YMCA waren früher Hotels in Amerika, wie Jugendherbergen nur für Männer, welche als Schwulentreffpunkte genutzt wurden. Das Lied YMCA nimmt darauf Bezug. Gleichzeitig tragen die Minions die charakteristischen männlichen Uniformen, welche die Orginal-Band damals trug.

 

Hier das Original, ebenfalls in den original Kostümen.

 

Schwule / Homosexuelle Minions
Wem das immer noch nicht eindeutig genug ist: Hier ein Bild von zwei knutschenden Minions aus dem ersten “Ich – Einfach Unverbesserlich”.

 

Schwule / Homosexuelle Minions
Auch hier freuen sich die Minions so sehr, dass sie es einfach rauslassen. Dieses Bild stammt ebenfalls aus dem ersten Teil.
Und hier nochmal in Video-Form.

Das nenne ich mal unterschwellig. Aber da es für die Akzeptanz von anderen Orientierungen wirbt, ist es ja für einen guten Zweck. Denn im Kino sind die Minions ja Jedermanns Liebling. Da ist es auch nicht wichtig, ob sie Frauenkleider tragen oder wen sie küssen, wenn sie sich freuen. Sehr schön.


Veröffentlicht unter Filme, Kommentare

Der König von Deutschland

Der König von Deutschland Poster“Der König von Deutschland” ist der erste Film des deutschen Regisseurs David Dietl. Es ist ein Film über die Marktforschung und über die Individualität in Zeiten von “Big Data”.

“Der König von Deutschland” ist eine Komödie mit Olli Dittrich in der Hauptrolle als Thomas Müller. Er spielt einen durchschnittlichen Deutschen und macht seine Sache wunderbar. Ich hatte tatsächlich das Gefühl ihn aus meiner Nachbarschaft zu kennen. Sein Sprachstil, die Art wie er sich verhält: Wirklich großartig. Olli Dittrich trägt den ganzen Film von Anfang bis Schluss, hätte er hier nur eine mittelmäßige Leistung abgeliefert, so wäre der Film wahrscheinlich eine Katastrophe geworden. Denn die Figur des Thomas Müller ist der einzige Grund weshalb man sich diesen Film anschauen sollte.

“Der König von Deutschland” versucht, wie die meisten deutschen Filme, ein gesellschaftliches Thema aufzugreifen. In diesem Fall ist das die Überwachung der Kunden durch die Industrie, also durch Marktforschung. Man weiß ja inzwischen, dass die Dimensionen der Überwachung in DDR schon lange überschritten wurden. Da stellen sich für mich folgende Fragen: Ist das gefährlich? Ist es nicht sogar gut wenn sich die Industrie an den Kunden anpasst? Also ich hasse nichts mehr als die Fernsehwerbung, welche ja gar nicht auf mich abgestimmt ist. Da finde ich die personalisierte Facebookwerbung schon viel besser. Was soll man tun? Soll man überhaupt etwas tun?

Doch leider greift ”Der König von Deutschland” diese Fragen auch nur auf. Die Fragen werden gestellt, aber nie beantwortet. Letztendlich wird nur gezeigt, dass die Marktforschung böse ist, weil sie z.B. menschen verprügeln lässt. Das lässt sich aber nicht auf unsere Welt übertragen. Der Film sagt: Marktforschung ist Böse. Für David Dietl scheint da keine Erklärung nötig zu sein. Sehr schwach. “Der König von Deutschland” befasst sich also nicht ernst zunehmend mit diesem Thema. Er tut nur so.

Ein weiteres großes Problem von ”Der König von Deutschland” ist sein Buch. Die Geschichte rund um Thomas Müller hat keinen guten Spannungsbogen. Es wird versucht die Spannung aus zwei Quellen zu schöpfen. Erstens will der Zuschauer wissen was mit Thomas geschehen wird und zweitens will der Zuschauer wissen was hinter der Firma “Industries Unlimited” steckt. Das Problem ist, dass man schon in der ersten Szene indirekt erfährt, dass Thomas Müller ein durchschnittlicher Deutscher ist (Wie schon der Name verrät). Wenn man das weiß, so weiß man auch was die Firma für ein Interesse an ihm hat. Also fällt dieser Spannungsbogen weg. Und wenn man diese Information bereits aus der ersten Szene bekommt, dann ist es auch seltsam wenn dann nach ca. der Hälfte des Filmes die Hauptperson, durch lange Nachforschungen, langsam erkennt was los ist. Der Zuschauer ist der Handlung immer um gut eine Halbe Stunde voraus.

“Der König von Deutschland” ist stellenweise Lustig. Olli Dittrich macht seine Sache großartig! Doch wenn man eine spannende Geschichte oder einen politischen Film erwartet, so wird man enttäuscht. Da helfen auch die liebevoll gestalteten Sets und die vielen Nebenrollen nicht mehr. Ein Paradebeispiel für einen Film mit schlechtem Buch und guten Schauspielern. Sehr schade. Ich kann den Film leider nur den Leuten empfehlen, denen “97 Minuten ein großartiger Olli Dittrich” als Kaufgrund für die Kinokarte reicht. (6/10)


Veröffentlicht unter Filme

White House Down

White House Down Poster“White House Down” von dem deutschen Regisseur Roland Emmerich weckte keine sehr großen Erwartungen in mir. Ein Action-Film, wie all die vielen anderen Action-Filme. Doch trotzdem hoffte ich auf etwas Orginalität von Emmerich in diesem Film zu stoßen.

“White House Down” bietet eine vielversprechende Grundsituation. Denn man hat hier die Grundsituation vollständig von dem grandiosen ersten “Stirb Langsam” übernommen. Zwei Liebende kommen in ein Haus, sie werden zufällig getrennt, das Haus wird von Terroristen übernommen und diese nehmen Geiseln. Nur der Protagonist kann von Innen heraus die Situation in den Griff bekommen, die Polizei muss sich raushalten, da die Terroristen Geiseln haben. Es beginnt ein Guerilla-Krieg. Im ersten “Stirb Langsam” begann nun John McClain  die Terroristen langsam durch orginelle Tricks und durch das Stellen von Fallen zu dezimieren. Er sah sich mit einer Überzahl an Feinden konfrontiert, weshalb er intelligent vorgehen musste. Von Draußen kommt immer wieder ein Funkspruch, aber die Handlung wurde auf diesen Mirkokosmos des Hauses reduziert. Ein wirklich orgineller Film.

Doch leider ist “White House Down” dafür nicht konsequent genug. Mindestes ein Drittel der Handlung findet außerhalb des Weißen Hauses statt. Irgendwelche Beamte verrichten uninteressante Arbeit. Klar, in der echten Welt ist es wichtig wer denn nun den Präsidenten ersetzt, doch für die Situation des Protagonisten oder die Lage im Weißen Haus ist das egal. Am Ende erfährt man zwar, weshalb das eben doch wichtig ist, doch dem Film schadet diese Diffusion der Handlung. “Stirb Langsam” wurde durch diese Konzentration auf die Situation des Protagonisten so spannend. Wenn man die Situation schon so anlegt, dass der Protagonist von der Außenwelt abgeschnitten ist, dann sollte man dies auch Konsequent umsetzen.

Auch ein Problem der Geschichte ist die Statik der gezeigten Figuren. Zwar sind die Charaktere allesamt irgendwie sympathisch und witzig, auf der anderen Seite macht hier aber niemand eine Entwicklung durch. Es wird zwar am Anfang ein Vater-Tochter Konflikt etabliert, dieser wird aber schon nach ca. 15 Minuten wieder beigelegt. So interessant die Einleitung des Filmes auch ist, nachdem die Schießerei losgeht wird alles andere liegengelassen. So ist es z.B. schon fast albern wie der Film versucht die First Lady in die Geschichte einzuarbeiten, das Problem: Sie hat nur ca 30 Sekunden Leinwand-Zeit. So etwas ist unnötig. Es bringt der Geschichte nicht nur nichts, sondern schadet dem Film sogar.

Was mich sehr überrascht hat: Die Effekte in diesem Roland Emmerich Film, der Mann der z.B. für “The Day after Tomorrow” verantwortlich ist, sehen nicht gut und auch nicht realistisch aus!

Auf der anderen Seite hat “White House Down” aber doch auch stärken. So gibt es z.B. doch einige lustige Stellen. Die Witze funktionieren. Und es gibt auch wirklich spaßige Action. Wenn dann z.B. eine Verfolgungsjagd auf dem Rasen vor dem  Weißen Haus stattfindet, und der Präsident von den erstaunten Journalisten mit Raketenwerfer gefilmt wird, dann ist das schon zum lachen.

“White House Down” hätte ein wirklich guter Film werden können. In den ersten 15 Minuten entfaltet der Film ein großes Potential. Erst war ich tatsächlich überrascht. Doch leider bleibt dieses Potential ungenutzt. Hätte man sich auf die Kernthemen des Films konzentriert und das Drumherum einfach weggelassen, der Film wäre weitaus kürzer und besser geworden. Ein durchschnittlicher Action Film. (4/10)

 

 


Veröffentlicht unter Filme
Empfehlungen: